Chronik des Tambourkorps "Rheinklang" Mündelheim - 1926 -e.V.

 

Reich an traditionellen Vereinen ist Mündelheim im Süden
der Stadt Duisburg gelegen. Eine Insel zwischen Rhein und
Industrie, auf dessen Boden das Vereinsleben gut gedieh.
Es waren Männer aus dem ehemaligen Mandolinenclub die
mit Freunden, zum Teil mit dem Trommelwirbel vertraute
Männern, ein Tambourkorps gründeten.Die Vorbilder waren
ehemalige Kriegsteilnehmer des ersten Weltkriegs. Ein altes
Bild zeigt uns den damaligen ersten Tambourmajor
Anton Erkelenz mit zwei Trommlern und zwei Flötisten.
Sie paradieren vor der versammelten Bruderschaft.
Es muss Anfang der zwanziger Jahre gewesen sein.
Der auf dem Bild zu sehende Schützenkönig hieß
Johann Kamper. Diese Gruppe von Spielleuten traf sich
immer kurz vor Schützenfest, probte ein paar Mal und das
reichte für die damaligen Anforderungen.
  
Dieses bisher Beschriebene sind mündliche Überlieferungen
der Gründer unseres Korps. Inspiriert durch diese Spielleute
war die Liebe zur Musik der Anlass zur Gründung des Korps.
Es war der 1. August 1926, so steht es in alten Protokollbüchern.
Es waren Männer aus Mündelheim und Ehingen. Sie gaben
diesem neu gegründeten Verein den Namen
Tambourkorps "Rheinklang" Mündelheim.Der erste Batailloner
wurde Stefan Mosch aus Ehingen. Erster Vorsitzender wurde
Heinrich Blömer. Es war ein Kreis auch heute noch bekannter
Namen. Johann Maurmann, erster Schriftfüher und Kassierer.
Peter Behmer, Stellvertreter des Batailloners. Heinrich Dahmen,
zweiter Vorsitzender. Heinrich Orts, Heinrich Werners, J
ohann Billich, Gebrüder Luwen aus Ehingen. Peter Dornscheid,
Johann Körwer und Johann Mosch aus Ehingen,
Sohn des Batailloner.
 
Aus alten Protokollen ist zu ersehen, dass es nicht leicht war,
aus dem Nichts ein Tambourkorps zu gründen.
Dennoch ist es verwunderlich und interessant zu lesen,
wie viel Aktivität und Idealismus aufgebracht wurde,
um die Kameradschaft im Korps und mit den
Angehörigen zu fördern. Es wurde zum Beispiel sehr viel Zeit
und Arbeit für Theaterabende aufgebracht.
Leider sind für die Jahre 1933-1951 keine Protokolle vorhanden.
Aus Erzählungen der Gründer war aber zu hören,
dass die SA 1934-1935 versuchte, mit der so genannten
Werkschar der jetzigen HKM das Korps zu übernehmen.
Daraufhin wurde der Spielbetrieb eingestellt.
   
Krieg, Verwüstung, alles lag in Schutt und Asche.
1947-1948 erwachte neues Leben in den Reihen der Spielleute.
Es war ein mühsames Erwachen. 1948 erklang zu St. Martin
wieder Trommel und Flötenspiel. Im September 1951 feierte
man das 25 jährige Bestehen unter Beteiligung aller
Spielmannszüge des gerade im Frühjahr neu gegründeten
Spielleuterings "Rhein-Ruhr". Ein Zeichen, dass diese neue
Vereinigung bereit war, sich gegenseitig zu unterstützen.
Das klingende Spiel und das imposante Bild der verschiedenen,
farbigen Uniformen blieben nicht ohne Wirkung auf die
Mündelheimer Jugend. Immer mehr junge Leute zeigten
Begeisterung und Interesse. Der Nachwuchs war schließlich
so zahlreich und spielstark, dass die älteren und verdienten
Spielleute sich im Frühjahr vom aktiven Korps zurückzogen.
1954 - Durch den Unfalltod des Spielkameraden Walter Küpper
ließ auch der Ergeiz der älteren Spielleute merklich nach.
So kam es dazu, dass sie den aktiven Teil des Korps verließen
und passive Mitglieder wurden.
  
 Am 24.01.1954 wurden dann Wilhelm Maurmann zum ersten
Vorsitzenden und Werner Weiland zum Batailloner gewählt.
Und wieder musste man sagen:
"Aller Anfang ist schwer".
Im Jahre 1956 feierte man das 30 jährige bestehen und fünf
Jahre später war das Tambourkorps "Rheinklang" Mündelheim
Ausrichter des 10. Werbetreffens des Spielleutering
"Rhein-Ruhr". Beide Feste waren von Erfolg gekrönt.
Gemeinsam aber wurde das erarbeitet, was heute
"Rheinklang" Mündelheim bedeutet.
Über 50 Jahre Spitzenkorps beim Schützenfest in Krefeld-Traar.
Seit 30 Jahren fester Bestandteil beim Schützenfest in
Düsseldorf-Hamm; Korps der Hammer Jäger.
Musikalische Freunde in der näheren und weiteren Umgebung,
besonders bei unseren Freunden in Serm.
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass keine Festlichkeit
in unserem Ort ohne das Tambourkorps abläuft.
  
Die Zeit verlangt Veränderung. Junge Spielleute wachsen mit
neuen Ideen heran und übernehmen Verantwortung.
Seit einigen Jahren hat das Korps einen neuen,
jungen Vorstand. Erster Vorsitzender wurde Bernd Maurmann,
Geschäftsführer ist Andreas Schäff, Schatzmeister des Korps
ist Werner Brauweiler, Beisitzer Michael Schöne, Batailloner
des Korps ist Uwe Schoendorff, der auch das Amt des zweiten
Vorsitzenden ausübt.
Das ist nun die dritte Generation in den Reihen
unseres Korps. Seit Jahren mit den sog. Alten marschiert,
hat die Gemeinschaft schon an Erfahrung gesammelt.
Mit Elan und Musikalischem Können ist man bemüht,
junge Burschen in unsere Reihen zu integrieren.
 
Wilhelm Maurmann
Ehrenvorsitzender
(Mündelheim, 2002)
 
   
Nach 81 Jahren Vereinsgeschichte wurde die
Vorstandsorganisation durch ein neues Konzept abgelöst.
Auslöser war, dass Bernd Maurmann das Amt des
1. Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen aufgeben
musste. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger
gestaltete sich als sehr schwierig. So fand sich niemand,
der das Amt des 1. Vorsitzenden mit derart großer
Verantwortung und gewohnter Perfektion übernehmen
konnte. Der Vorstand schlug dann die Umsetzung eines
neuen Vorstandskonzeptes vor. Im Anschluss stimmte
das Korps nach kritischer Diskussion den notwendigen
Satzungsänderungen zu. Der Vorstand setzte sich
seitdem aus den fünf gleichberechtigten Mitgliedern
Marc Bosse, Werner Brauweiler, Andreas Schäff,
Uwe Schoendorff und Michael Schöne zusammen.
Die Aufgabenaufteilung obliegt nun dem Vorstand und
ist nicht mehr an feste Ämter gebunden.
Eine Veränderung, die der „Zeit“ entspricht, sich aber
bewähren muss.
  
In 83 Jahren gab es eine Menge Ereignisse.
Besonders die Gründungjubiläen des Tambourkorps sind vielen
noch gut in Erinnerung geblieben. Herausragend sind aber die
hohen Jubiläen der Spielkameraden, die wir in jüngster Zeit
erleben durften. Der Ehrenbatailloner Werner Weiland wurde
auf der Generalversammlung am 04.11.2007 für 60-jährige
Mitgliedschaft geehrt. Hans Schmitz wurde auf der
Generalversammlung am 02.10.2008 für 60-jährige
Mitgliedschaft geehrt. Wilhelm Maurmann wurde auf
der Generalversammlung am 23.10.2009 für 60-jährige
Mitgliedschaft geehrt.
 
Es waren ergreifende, spannende Momente.
Wieder waren es „die Alten“, die unserem Korps einen
spürbaren „Ruck“ gaben das fortzuführen, was unsere Gründer
im August 1926 ins Leben gerufen hatten.
60 Jahre Mitgliedschaft, für zukünftige Generationen
unseres Korps eine Seltenheit, da durch die Flut an
Freizeitmöglichkeiten in der heutigen Zeit immer weniger
Interesse an unserem zeitintensiven Vereinsleben besteht.
 
Michael Schöne
Vorstand
(Mündelheim, Oktober 2009